Arterien
Arterien bringen das Blut vom Herzen in die Organe. Der Herzmuskel pumpt
mit hohem Druck, den man z.B. am Arm messen kann.
Die Arterien sind innen mit einer sehr zarten Innenschicht, dem Endothel,
wie
mit einem zarten Film überhäutet: das Endothel ist der
eigentliche Ort der Arteriosklerose. Zusammengenommen hat das Endothel
des menschlichen Körpers die Größe eines Fussballfeldes
und ist so schwer wie die Leber – es ist ein eigenes Organ.
Die Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) ist eine
chronisch-entzündliche Erkrankung der Arterien-Wände. Es handelt
sich immer um eine System-Erkrankung des ganzen Körpers. Wer an
einer Stelle des Gefäßsystems – z.B. an der Halsschlagader
oder am Bein – eine sklerotische Arterie hat, bei dem besteht immer
ein erhöhtes Gesamt-Risiko z.B. für Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Deshalb ist auch die Behandlung der Arteriosklerose nie durch eine Operation
oder eine Gefäß-Aufdehnung erledigt, sondern erfordert lebenslange,
gut aufeinander abgestimmte Methoden.

Arteriosklerose ist eine Erkrankung der innersten Schicht der Arterien, des Endothels:

Die Ursachen für die Arteriosklerose sind im Einzelfall nicht immer sicher festzustellen. Durch zahlreiche Untersuchungen sind sog. Risikofaktoren für die Arteriosklerose nachgewiesen. Dazu gehören:
Vor 100 Jahren war die Arteriosklerose bei uns so gut wie unbekannt, war ein Herzinfarkt auch bei älteren Menschen eine seltene Erkrankung. Heute ist die Arteriosklerose bei uns die Todesursache Nr 1.
Die gute Nachricht ist: der Prozess der Arteriosklerose lässt sich stoppen und sogar zurückbilden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine gründlichere Änderung der Lebensweise. Jeder hat die Chance. Wir in unserer Praxis werden ihn nach bestem Wissen unterstützen.
Die Arterielle Verschlusskrankheit der Beine oder „Schaufenster-Krankheit“ ist
bei älteren Menschen häufig: etwa 15% aller Menschen über
60 Jahre sind daran erkrankt, viele merken es erst im späten Stadium.
Bei zahlreichen unklaren Beinbeschwerden von älteren Menschen ist
eine Durchblutungs-Störung mit beteiligt.
Zugrunde liegt ein Enge oder ein Verschluss von Arterien auf dem Weg
vom Herzen zum Fuß. Die Schmerzen treten beim Gehen auf, weil die
Muskeln beim Belasten nicht mehr genügend Sauerstoff bekommen – das
macht heftigste Schmerzen wie starker Muskelkater.

Etwa 20% des Blutes fließt vom Herzen aus direkt in den Kopf,
weil das Gehirn ständig viel Sauerstoff braucht. Durch den starken
Blutfluss sind die Halsschlagadern (A. carotis) besonders anfällig
für Arteriosklerose, vor allem bei hohem Blutdruck.
Als Spätfolge kann eine Verengung der Halsschlagader zu Sehstörungen
oder Schlaganfall führen.
Durch empfindliche Ultraschall-Verfahren kann man den Gefäß-Zustand
der Halsschlagader sehr genau darstellen und messen. Er entspricht weitgehend
dem Zustand der Herzkranzgefäße. Deshalb ist die Ultraschall-Untersuchung
der Halsschlagadern eine bewährte Methode zur Risiko-Bestimmung
auf Arteriosklerose.
Eine besondere Verlaufsform der Gefäßerkrankung führt
zu Erweiterungen der Arterien, zu einem sog. Aneurysma. Am häufigsten
ist das Aneurysma der Bauchschlagader oberhalb der Aortengabel. Die Gefäßwand
wird sozusagen schwach und beult sich aus. Vor allem hoher Blutdruck
erhöht das Risiko. Je weiter die Aussackung wird, desto mehr wächst
die Gefahr für ein Platzen der Arterie. Durch Ultraschall-Untersuchungen
kann man die Größe des Aneurysmas genau festlegen. Das Bauchaorten-Aneurysma
wird meist ab einem Durchmesser von 4,5 bis 5 cm operiert.
Für die Behandlung gibt es in speziellen Zentren bewährte Verfahren – operativ
oder durch Gefäß-Einlagen (stents). Durch neue Entwicklungen
ist die Verfahrenswahl stark im Wandel.

Die Basis-Diagnostik bei Arteriosklerose-Verdacht besteht aus folgenden Elementen:
Viele Beschwerden lassen sich
mit solchen nichtinvasiven Methoden klären.
Bei fortgeschrittener Erkrankung, vor einer gefäßchirurgischen
Operation oder vor einer Röntgen-gesteuerten Intervention ist die
weitere Abklärung durch eine Angiographie sinnvoll, entweder durch
Röntgenkontrast-Untersuchung oder im Kernspin durch MR-Angiographie.
Weiterführende Informationen:
Möchten Sie sich weiter über Gefäßkrankheiten informieren?
Dann empfehlen wir Ihnen folgende Seiten:
www.angiologe.de (enthält zahlreiche Bilder und Multimedia-Präsentationen zu aktuellen Themen aus der Gefäßmedizin) oder
www.angiologie-online.de (Homepage von Dr. Jürgen Ranft, Angiologe am Knappschafts-Krankenhaus Bottrop, mit ausführlichen Hintergrund-Informationen zu allen relevanten Themen aus dem Bereich der Gefäßkrankheiten)