Reise-Thrombose
Wann besteht ein erhöhtes Thrombose-Risiko?
- bei allen Reisen ab einer Dauer von 4 Stunden und länger
- besonders bei Flugreisen mit Nachtflügen (auch Auto, Bus und Bahn)
Warum ist das Thrombose-Risiko bei Langstrecken-Reisen erhöht?
- Körper und Beine haben zu wenig Bewegung, das Blut staut sich
in den Beinen.
- Langes Sitzen mit abgewinkelten Beinen behindert den Venen-Fluß.
- Mangelnde Flüssigkeitszufuhr lässt das Blut eindicken.
- Geringe Luftfeuchtigkeit (8% in den Kabinen) trocknet den Körper
aus.
- Alkohol und/oder Koffein entzieht ggf. zusätzlich Wasser.
- Niedriger Sauerstoffdruck in der Höhe erweitert die Gefäße
und verlangsamt den Blutfluss
Allgemeine Verhaltens-Maßnahmen:
- regelmäßig „die Beine vertreten“
- Fußgymnastik / Venengymnastik / z.B. durch „Fußwippe“ oder
Luftkissen
- Beine nicht übereinanderschlagen
- bequeme Kleidung tragen
- pro Stunde 100 – 200 ml Flüssigkeit (Wasser, Saft) trinken
- auf Alkohol / Kaffee / Sedativa verzichten
Was sind Warnzeichen für das Vorliegen einer Thrombose?
- jede Beinschwellung, vor allem einseitig
- Schmerzen beim Gehen in den Wadenmuskeln
- Unklare Atemnot während oder im Anschluss an eine längere
Reise
Risiko-Einschätzung bei Reisedauer über 4 Stunden, vorwiegend
sitzend:
Gruppe 1: niedriges Risiko
- keine sonstigen Thrombose-Risiken
spezielle Prophlaxe:
- ggf. Unterschenkel-Kompressions-Strumpf
Klasse I („Reisestrumpf“)
Gruppe 2: mittleres Risiko
- Schwangerschaft oder mindestens 2 Faktoren von:
- Alter über 60 Jahre
- relevante Herzerkrankung (Herzschwäche)
- nachgewiesene erhöhte Gerinnungsneigung
- Familiäre Thrombose-Häufigkeit
- Größere Krampfadern / Venenleiden
- Ovulationshemmer („Pille“)
Hormonersatztherapie nach der Menopause
- Übergewicht
(BMI über 30)
spezielle Prophylaxe bei erhöhtem Risiko:
- Unterschenkel-Kompressions-Strumpf Klasse I als Basis
- ggf. Strumpf Klasse I
- medikamentöse Prophylaxe mit niedermolekularem Heparin, 3 Tage
(andere Medikamente, z.B. ASS,sind nicht ausreichend wirksam)
Gruppe 3: höheres Risiko
- früher abgelaufene Thrombosen
- maligne od. schwere Erkrankungen
- gelenkübergreifende Ruhigstellung eines Beines
- kürzlicher operativer Eingriff mit erhöhtem Thrombose-Risiko
Der Risiko-Check vor Langstreckenreisen umfasst:
- spezielle Befragung und körperliche Untersuchung auf Thrombose-Risiko
- Untersuchung des oberflächlichen und tiefen Venensystems der Beine
mit farbcodiertem Ultraschall
- ggf. Labor-Untersuchung des Gerinnungs-Systems auf angeborene erhöhte
Gerinnungsneigung
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