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Rückkehr nach Dortmund

Ab Oktober 2018 bin ich zurück in Dortmund im Team von preveo in den Bereichen Check-up, Stressmedizin, Gefäßmedizin, auch privatärztlich.
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Beratung zu Stressmedizin

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MBSR-Kurs

Neuer Kurs in Dortmund-Barop ab 26.10.2020.
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MBSR-Workshop 24.10.2020

Einführungskurs Samstag, 24.10.2020, 14-18h, Gemeindehaus Pauluskirche
Wird leider Pandemie-bedingt verschoben


Übergewicht und Stress

Übergewicht ist eine Reaktion des menschlichen Organismus auf Überlastung des Stress-Systems. Es schützt die Menschen vor den Folgeerkrankungen von Dauerstress. Wer Stress hat, kann nicht abnehmen.

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Was steuert unsere Nahrungsaufnahme?
In der letzten Zeit hat die Stressforschung dazu Überraschendes entdeckt, besonders die Forschungsgruppe um den Diabetologen Prof. Achim Peters von der Universität Lübeck

  • Das Gehirn hat nur 2% der Körpermasse, verbraucht aber ca 50% der Energie, die wir aufnehmen.
  • Unter Stress sucht das Gehirn intensiv nach Lösungen, geht auf „TurboModus“.
  • Dafür braucht es viel Energie in Form von Glucose, der EnergieAnteil steigt auf 80-90% der Glucose.
  • Das Gehirn sorgt dafür, dass es immer genug Energie bekommt. Beim extremen Hungern schrumpfen alle Organe, nur das Gehirn nicht. Die „KommandoZentrale“ wird weiter ernährt.
  • Das Gehirn wird nicht – wie man früher dachte – passiv vom Körper mit Glucose versorgt, sondern steuert über verschiedene Hormone die Zufuhr selbst. Das wichtigste Hormon ist das Cortisol: es blockiert u.a. den Zuckertransport in den Muskel und lenkt den Zucker zum Gehirn. (Das Gehirn denkt sozusagen immer zuerst an sich selbst – deswegen hat die Theorie den Namen „Das Egoistische Gehirn – Selfish Brain“.)

3 Formen von Stress
Das Gehirn kommt unter Stress, wenn es keine passende Strategie hat für die anstehenden Probleme. Dann fühlen wir uns unsicher. Stress ist ein „Unsicherheits-Beseitigungs-Programm“ (Peters).
Möglichkeit 1: Wir finden rasch eine Lösung. Wir finden unsere Sicherheit wieder, das Gehirn speichert die Lösung und kommt zur Ruhe. Das ist „Guter“ Stress.

Möglichkeit 2: Wir finden keine wirklich gute Lösung. Aber durch verschiedene Puffer-Mechanismen wie Gewöhnung, Bewältigungs-Strategien oder soziale Unterstützung lernen wir damit zu leben und stabilisieren uns. Das ist „Tolerierbarer“ Stress.

Möglichkeit 3: Wir sind im Dauerstress und finden keine ausreichende Lösung oder Strategie, damit umzugehen: Toxischer Stress – führt zu erhöhter Anfälligkeit für psychische (Depression) und körperliche (u.a. Herzinfarkt) Krankheiten.

Veränderung der Körperform unter chronischem Stress
Es gibt – genetisch festgelegt – für die Veränderung des Körpers in unsicherer Umgebung zwei Grundtypen von Menschen:
- die eine Hälfte bleibt auf hohem Stress-Level. Das Gehirn kann Zucker aus dem Körper ziehen. Die Folge: die Menschen bleiben dünn. Aber: durch das lang andauernde hohe Stressniveau im Körper ist das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten und chronische Entzündungen hoch.
- die andere Hälfte kann bei Dauerstress sich körperlich daran anpassen, habituieren. Das Gehirn büßt dabei die Fähigkeit ein, ausreichend Zucker aus dem Körper zu mobilisieren. Deshalb mobilisiert es die Nahrungsaufnahme – wir bekommen Heißhunger auf Süßes. Wir essen dann nicht so viel, wie der Körper braucht, sondern so viel, wie das Gehirn braucht. Die Folge: Gewichtszunahme. Der Vorteil: dieser Typ hat ein geringes Risiko für Stress-Krankheiten. Das erklärt das Adipositas-Paradox.
Bei Dauerstress lagert dieser Typ das überschüssige Fett im Bauchraum ab, weil das Gehirn direkt darauf zugreifen kann.

Dadurch verändert sich die Körperform.

Veränderung der Körperform unter Unsicherheit. aus: Peters/McEwen2015

Übergewicht entsteht durch chronische Überlastung des Stress-System
Das Selfish-Brain-Konzept ist inzwischen experimentell gut abgesichert. Die zentrale Aussage ist: das Gehirn fordert aktiv Energie aus dem Körper an und steuert seine Energieversorgung selbst. Das widerlegt viele alte Theorien zum Übergewicht,

„Mythos Übergewicht“ hieß das erste

populäre Buch von Achim Peters dazu

(Verlag Bertelsmann 2013, vergriffen)

Zitate daraus:

"Dick zu sein, ist eine Reaktion des menschlichen Organismus auf eine Überlastung des Stresssystems und schützt die Menschen vor Folgeerkrankungen einer daueraktivierten Stressabwehr."

"Unter dauerhaftem Stress dick zu werden, ist unter den gegebenen Umständen eine sinnvolle und gesunde Anpassungsstrategie des menschlichen Organismus."

"Es gibt keine Adipositas-Epidemie, sondern eine Stress-Epidemie."

Der Positive Nachweis der Selfish-Brain-Theorie, erfolgreiche Gewichtsreduktion durch Soziales Training:
unter Sozialem Training mit Emotionsregulation und bedürfnisorientiertem Handeln nehmen in einer Langzeitstudie (Laurel Mellin) Übergewichtige in 2 Jahren ca 8kg ab und vermindern in den nächsten 6 Jahren ihr Gewicht noch weiter – ohne Umstellung der Ernährung. https://de.wikipedia.org/wiki/Selfish-Brain-Theorie

Meine Empfehlungen zu Überwicht und Stress:

  • Schaffen Sie sich in Bezug auf Ihr Gewicht ein „dickes Fell“ an. Sagen Sie sich: Das ist eine Folge meiner ganzen Belastungen.
    Unsere Gesellschaft urteilt häufig, Übergewichtige hätten einen „schwachen Willen“. Auch viele Ärzte haben Vorurteile gegen Menschen mit mehr Gewicht.
  • Wer Dauer-Stress hat, kann nicht abnehmen. Also: keine Diät, keine Abnehm-Programm, solange die Unsicherheiten nicht gelöst sind.
    Ausnahme vielleicht: Intervallfasten – wenn sich das gut ins Leben integrieren lässt.
    Übrigens: Abnehm-Diäten machen Beziehungs-Stress. Studien zeigen, dass dabei die Scheidungsraten steigen.
  • Wer seine sozialen Probleme löst, nimmt von selbst ab, ohne besonders auf das Essen zu achten. Probieren Sie es aus!
  • Denken Sie daran, wenn Sie unter Dauerbelastung Gewicht zugelegt haben: Sie gehören zu dem „günstigen Stresstyp“ (s. Adipositas-Paradox). Es gibt viele Übergewichtige mit gesundem Stoffwechsel. Allerdings erkaufen Sie sich diesen Vorteil durch erhöhten Verschleiß an Knie- und Hüftgelenken.

Aktuelle Empfehlungen für den Einstieg in die Selfish-Brain-Theorie: ein Beitrag von Achim Peters im Diabetes-Journal 2016
https://www.diabetes-online.de/a/das-gehirn-ist-egoistisch-1760249

Eine sehr anschauliche Erklärung des Stress-Geschehens:
Interview mit Achim Peters in ARD-Panorama vom23.4.2020
Linktipp:+Prof.+Peters:+"Die+Unsicherheit+ist+subjektiv"
URL:+http://daserste.ndr.de/panorama/AchimPeters,panoramainterv106.html
Zitat: „Stress ist ein Unsicherheits-Beseitigungs-Programm“


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